Ablauf des Wettbewerbs*

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1. Pflichten und Verhalten des Junior-Handling-Richters

2. Ablauf im Ring

3. Bewertungskriterien

  a) Kenntnisse des Junior-Handlers über die Bewertung eines Hundes im Ring
 
  b) Zusammenwirken von Junior-Handler und Hund

  c) Verhalten des Junior-Handlers gegenüber Richter und Konkurrenten


4. Schlussbemerkung, Jahres-Endausscheidung

 

In Anbetracht der Ziele und der Idee des Junior-Handling-Wettbewerbs ist es verständlich, dass auch
das Verhalten des Richters im Ring eine besondere Bedeutung hat. Der Richter muss den
Jugendlichen mit viel Ruhe und Verständnis begegnen und jederzeit - auch im Interesse der
Sicherheit - die Übersicht über die Vorgänge in seinem Ring haben. Alle Junior-Handler - gleichgültig,
ob geübt oder ungeübt - haben das Recht auf gleich freundliche Behandlung und Beachtung durch
den Richter; sie sollen sich - ob plaziert oder unplaziert - ernst genommen und ermutigt fühlen, auch
zukünftig an Junior-Handling-Wettbewerben teilzunehmen. Wenn möglich, sollte der Richter seine
Entscheidung zumindest den platzierten Teilnehmern kurz erläutern.
Während des gesamten Wettbewerbs muss sich der Richter darüber klar sein, dass nicht die Qualität
des Hundes, sondern die Art der Vorführung durch den Junior-Handler zur Beurteilung kommen muss.
Es muss derjenige Junior-Handler gewinnen, der seinen eigenen und ggf. einen fremden Hund am
vorteilhaftesten präsentiert. Ohne Zweifel ist es eine größere Leistung, einen schwierigen Hund mit
deutlichen anatomischen Mängeln so gekonnt zu präsentieren, dass er dem geforderten Standard
möglichst nahe kommt, als einen routinierten Ausstellungshund zu führen. Der Richter muss also
zwischen der Leistung des Junior-Handlers und den Qualitäten des Hundes unterscheiden können,
wobei allein die Leistung des Junior-Handlers maßgebend ist.



Der Ablauf des Wettbewerbs sollte sich vorzugsweise an der Bewertung der Hunde in den
Rasseringen orientieren. Die Vorführung der Hunde wird also zunächst in der Gruppe - im Stand,
in Bewegung - und dann einzeln beurteilt. Zur Erleichtung der Entscheidung zwischen besonders
ausgeglichenen Kandidaten kann der Richter die Jugendlichen bitten, ihre Hunde auszutauschen.
Oft zeigen sich erst im Umgang mit einem fremden Hund die wirklichen Fähigkeiten eines Junior-
Handlers. Selbstverständlich müssen sowohl der Richter als auch der Ringsekretär beim
Hundetausch besondere Vorsicht walten lassen. Übrigens ist der Hundetausch besonders bei den
älteren, routinierten Junior-Handlern sehr beliebt.



Folgende Anforderungen sollten bei der Beurteilung eines Junior-Handlers      Beobachtung finden:

Der Jugendliche muss durch die Art seiner Vorführung erkennen lassen, dass ihm die gängigen
Abläufe im Ring vertraut sind.
Bei der Präsentation seines Hundes in der Gruppe sollte er:
seinen Hund in angemessener Entfernung von anderen Hunden aufbauen, um Irritationen zu
vermeiden,
sich selbst im Stand nicht zu dicht hinter seinem Hund befinden, um den Blick des Richters nicht
abzulenken,
seinen Hund auf einer Höhe mit dem Konkurrenten aufbauen und nicht “aus der Reihe tanzen”,
seinen Hund im Kreis in angemessenem Abstand zu dem vor ihm laufenden Tier führen und
ihn keinesfalls “auflaufen” lassen (ein besonders geschickter Vorführer hält seinen Hund zurück, wenn
er sich ausserhalb des Blickfeldes des Richters befindet, um dadurch Raum zu gewinnen, und läuft
erst dann in dem Gangwerk des Hundes angemessenen Tempo, wenn er in das Blickfeld des
Richters eintritt).

Bei der Einzelpräsentation seines Hundes muss der Junior-Handler:

ohne Verzögerung oder besondere Aufforderung seinen Hund zu der zur Einzelbegutachtung
vorgesehenen Stelle bringen (zweckmäßigerweise geschieht dies bereits während der Richter noch
das Gangwerk des vorhergehenden Hundes prüft - wobei selbstverständlich keinesfalls dieser
Prüfungsvorgang gestört oder behindert werden darf! ),

selbständig entscheiden, ob er seinen Hund auf dem Boden oder auf dem Tisch aufbaut - er muss
wissen, welches die für seine Rasse gebräuchlichere Art der Präsentation ist.

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sein Wissen über die Reihenfolge der Begutachtung der Körpermerkmale des Hundes dadurch
zeigen, dass er sich, ohne den Richter in irgendeiner Weise zu behindern, so zum Hund stellt, dass
dieser jeder Zeit unter Kontrolle ist und die Begutachtung problemlos durchgeführt werden kann.
Auf Anforderung muss er das Gebiss seines Hundes selbst so präsentieren können, dass der Richter
ohne Mühe Zahnstellung und -zahl erkennen kann (sehr störend ist es aber, wenn der Junior-Handler
hierbei mit seinem Kopf die Sicht des Richters versperrt).

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die “Figuren” beherrschen, die im Ring zur Demonstration des Gangwerks gefordert werden können,
und wissen, wann und wie er mit seinem Hund die Laufrichtung wechselt (= eine “Wende” läuft). Bei
allen Figuren ist besonders darauf zu achten, dass sich der Junior-Handler niemals zwischen Richter
und Hund befinden darf; der Junior-Handler muss die Position des Richters beachten und
entscheiden, auf welcher Seite seines Hundes er sich befinden sollte. Bei der Beurteilung des
Gangwerks vorn und hinten ist darauf zu achten, dass der Hund sich in gerader Linie genau vom
Richter weg und direkt zu ihm zurück bewegt, damit der Richter seinen Standort nicht zu wechseln
braucht. Drei verschiedene Möglichkeiten des korrekten Richtungswechsels und die sechs am
häufigsten gefordeten Figuren, von denen mindestens zwei vom Richter jeweils zu benennen und vom
Junior-Handler vorzuführen sind, sind an anderer Stelle ( siehe “D”) graphisch dargestellt und kurz
erläutert. Hier sei lediglich erwähnt, dass sich bei allen in “normaler” Richtung gelaufenen Figuren der
Hund, wenn es der Standort des Richters zulässt, in der Ausgangsposition auf der linken Seite des
Vorführers befindet. Eine Figur muss jedoch unter Umständen auf Wunsch des Richters auch
“umgekehrt” gelaufen werden können - in diesem Fall führt der Junior-Handler seinen Hund -
zumindest anfangs - auf der rechten Seite.

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seinen Hund nach Beendigung jeder Figur soweit vom Richter aufstellen, dass dieser, ohne
zurücktreten oder sich bücken zu müssen, noch einmal das Gesamtbild des Hundes prüfen kann.

b)

Um den jeweiligen Hund so vorteilhaft wie möglich vorführen zu können, muss der Junior-Handler die
wichtigsten Forderungen des Rassestandards kennen und auch mit der Anatomie eines Hundes
vertraut sein. Er muss versuchen, die Mängel des Hundes durch geschicktes Vorführen sowohl im
Stand als auch in der Bewegung so wenig offensichtlich wie möglich in Erscheinung treten zu lassen.
Selbstverständlich muss er das international übliche, für die von ihm vorgeführte Rasse typische
Handling beherrschen und das für seinen Hund vorteilhafteste Bewegungstempo erkennen können.

Ein guter Junior-Handler ist voll auf seinen Hund konzentriert, ohne die Vorgänge um sich herum
ausser Acht zu lassen. Er hat seinen Hund stets unter Kontrolle, ohne dass dieser unterdrückt wirken
darf. Im Idealfall gelingt es dem Junior-Handler, seinen Hund durch Zuspruch, Aufmunterung,
verständnisvolle Behandlung und Lob dazu zu animieren, sich frei und freudig zu zeigen. Eine solche
erkennbar gute Beziehung, die Harmonie zwischen Junior-Handler und Hund, sollte ein wichtiges
Kriterium bei der Entscheidungsfindung darstellen. Der Junior-Handler darf sich durch die Art seines
Auftretens keinesfalls in den Vordergrund drängen; er soll nicht sich selbst, sondern mit wenig
Aufwand und sparsamen, jedoch effektiven Bewegungen den Hund so vorteilhaft wie möglich zur
Geltung bringen. Keinesfalls darf das Verhalten des Vorführers vom Hund ablenken.

Nicht ohne Bedeutung ist auch der Anblick, den Junior-Handler und Hund zusammen im Ring bieten.
Sehr störend wirkt ein neben dem Hund herabhängendes oder auf dem Boden liegendes freies Ende
der Leine. Die Leine sollte sich je nach Situation und Rasse immer entweder zusammengerollt in der
Hand des Junior-Handlers befinden oder um dessen Hals gelegt sein (dass es sich möglichst um
eine farblich passende, unauffällige Vorführleine handeln sollte, muss sicher nicht gesondert erwähnt
werden).

Selbstverständlich sollte sich der Hund in einem guten Pflegezustand befinden und rassetypisch
zurechtgemacht sein - auch dem besten Junior-Handler ist es nur dann möglich, den Hund in
ansprechendem Erscheinungsbild zu präsentieren.

Die Kleidung des Junior-Handlers sollte zur Farbe des Hundes passen und einen möglichst guten
Kontrast bieten. Sie muss zweckmässig, sauber und gepflegt sein, darf jedoch nicht auffallen. Zu
lässige Kleidung wirkt ebenso unvorteilhaft wie zu elegante. Empfehlenswert sind Schuhe mit flachen,
rutschfesten Sohlen, die im Interesse der Hunde keinesfalls klappern dürfen! Insgesamt müssen
Junior-Handler und Hund einen harmonischen, erfreulichen Anblick bieten, der durch eine
entsprechende Ausstrahlung noch gefördert werden kann.

c)

Als wichtiger Bewertungaspekt nicht unerwähnt bleiben darf das Auftreten des Junior-Handlers
gegenüber dem Richter und auch gegenüber seinen Konkurrenten. Höflichkeit und Aufmerksamkeit
sollten selbstverständlich sein; den Anweisungen des Richres muss konzentriert und genau Folge
geleistet werden. Der Richter sollte, wenn möglich, nicht unaufgefordert angesprochen werden, der
Junior-Handler muss jedoch auf Fragen (z.B. nach dem Alter des Hundes) Auskunft geben können.

Das Verhalten zu den anderen Jugendlichen muss freundlich, rücksichtsvoll und, wenn nötig,
hilfsbereit sein. Kein Junior-Handler darf seine Mitstreiter stören oder behindern; Fairness und
Sportlichkeit sind oberstes Gebot. Für alle Jugendlichen sollte es eine Selbstverständlichkeit sein,
den besser platzierten Konkurrenten zu gratulieren.

4.

Die vielen genannten Anforderungen und Bedingungen, die ein guter Juniorhandler erfüllen sollte,
machen deutlich, warum dieser Wettbewerb von niemandem gering geschätzt werden sollte. Er stellt
sowohl für den teilnehmenden Jugendlichen als auch für den Richter eine anspruchsvolle Aufgabe dar.
Selbstverständlich bleibt es jedem Richter selbst überlassen, welche Kriterien er bei der Bewertung
wie gewichtet und welche Aufgaben er den Junior-Handlern stellt. Diese Ausführungen sollen ihm
(und allen interessierten Jugendlichen) die Rahmenbedingungen und Anforderungen verdeutlichen,
unter denen der Wettbewerb auch international durchgeführt wird und Hilfen für die
Entscheidungsfindung an die Hand geben.

Erfreulicherweise hat sich die Qualität der Junior-Handler in den letzten Jahren auch in Deutschland
ausserordentlich verbessert. Deshalb sollte sich kein Richter seine Entscheidung leicht machen - die
Jugendlichen erwarten einen anspruchsvollen Wettbewerb und akzeptieren jede begründete,
nachvollziehbare Entscheidung.

Am Ende einer jeden Ausstellungssaison findet ein - nach den genannten Regeln durchgeführtes -
Junior-Handling-Finale statt, auf dem der deutsche Junior-Handler des jeweiligen Jahres ermittelt
wird. Teilnahmeberechtigt sind je Altersgruppe die zehn Jugendlichen, die während der
Ausstellungssaison mit ihren vier erfolgreichsten Wettbewerben die meisten Punkte gesammelt
haben. Sollten sich auf diese Weise mehr als zehn Jugendliche pro Altersklasse qualifiziert haben,
so werden hilfsweise die Ergebnisse weiterer Wettbewerbe zur Ermittlung der Kandidaten
herangezogen.

Ort und Zeit sowie der Stichtag, bis zu dem Qualifikationspunkte gesammelt werden können, werden
rechtzeitig in “Unser Rassehund” bekanntgegeben. Der Tagessieger des Finales wird als Junior-
Handler des Jahres am Anfang des folgenden Jahres beim Weltfinale in England auf “Cruft’s Dog
Show” Deutschland vertreten und dort wird dann der “Internationale Junior-Handler des Jahres”
 ermittelt.

*teilweise entnommen einem Heft über Regeln, Anleitung, Bestimmung für den Wettbewerb im Bereich des VDH
- erarbeitet und zusammengestellt von Frau Elke Peper, Dortmund

 

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